Mit der neurologischen-neurochirurgischen Frührehabilitation beginnt die subakute Phase einer systematischen und komplexen Rehabilitation. Sie ist als Schnittstelle zwischen intensivmedizinischer Versorgung und rehabilitationsmedizinischer Maßnahmen zu verstehen.
Innerhalb der Physiotherapie besteht die übergeordnete Zielsetzung darin, dass der Patient grundlegende Fähigkeiten wie Wachheit, Aufmerksamkeit, Körper- und Raumwahrnehmung, Stabilisation der Kreislauffunktion sowie beginnende motorische Funktionen wiedererlangt. Dazu wird innerhalb eines multiprofessionellen Teams ein individueller patientenorientierter Therapieplan erarbeitet.
Dieser Plan wird dynamisch an das Potenzial des Patienten angepasst. Zu Beginn wird der aktuelle Status in Form des physiotherapeutischen Befundes erstellt. In der physiotherapeutischen Behandlung steht die ganzheitliche Betrachtung des Patienten mit seinen persönlichen Kontext- und Umweltfaktoren im Mittelpunkt unseres Handelns. Die Behandlungen werden sowohl in Einzel-, wie auch in interdisziplinären Doppeltherapien durchgeführt.
In wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Teambesprechungen werden in Anlehnung an die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (kurz ICF) Wochen-, und langfristige Rehabilitationsziele festgelegt.
Innerhalb der Behandlung unserer neurologischen Patienten nutzen wir verschiedene neurophysiologische Therapiekonzepte.
In unserer Abteilung wird maßgeblich nach dem Bobath-Konzept gearbeitet. Die Kenntnisse über normale Bewegung und den aktuellen Stand der Neurophysiologie benötigen wir, um durch Fazilitation die Haltungskontrolle zu fördern und selektiven Bewegungen zu ermöglichen.
Für die bestmögliche leitliniengestützte Therapie unserer Patienten werden nach und nach evidenzbasierte Therapieansätze implementiert. Angepasst an die individuellen Fähigkeiten stehen verschiedene physiotherapeutische Behandlungsmethoden zur Verfügung.